Wenn ich aufstehe, mache ich zuerst das Frühstück. Für mich, meinen Arbeitslosen Vater, meine zwei kleinen Geschwister , und meine Mutter. Obwohl sie garnicht mehr lebt, nicht mehr exestiert. Ich glaube immernoch daran, dass sie hier ist, irgendwo, vielleicht steht sie grade neben mir. Ich decke für sie ihren Platz, wie ich es immer getan habe. Einen Teller (Der weiße mit dem Orange-farbenen Rand war ihr Lieblings Teller), Ihr Brot-Messer was sie mit vier jungen Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte (es war wunderschön verziert, doch etwas verwaschen, doch es machte nichts). Sie ist da, und falls sie Hunger verspüren sollte, könne sie also immernoch bei uns Frühstücken, speisen wann sie möchte. Ich rede nicht gerne darüber, wie sie Gestorben ist, wieso es so gekommen ist, wie es scheinbar nicht zu vermeiden war. Nachdem ich gedeckt habe, sehe ich zu, dass ich meine kleinen Geschwister irgendwie aus dem Bett gezogen bekomme. Wenn man die zwei alten schon längst vergilbten Matratze noch "Betten" nennen kann. Doch meist, funktioniert es irgendwann, dass sie endlich aufstehen, sich anziehen frühstücken und in den Kinder-Garten gehen. Alleine, zufuß, durch die Berliner Platten-Siedlung. Ja ganz recht, hier wohne ich. Ich und meine "Familie".

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