Dienstag, 9. August 2011

Kapitel drei

Doch heute ist alles anders. Zumindest merkte ich es seitdem ich den Türkischen Verkäufer heute morgen traf, denn er sprach dieses mal zu mir, sonst tat er es nie. Ich kam zuhause an, hängte den Schlüssel an das Schlüsselbrett, legte die Tüten in der völlig vermüllten Küche ab. Ich schländerte durch die Wohnung, in der Hoffnung meinen Vater zu finden, um ihm das restliche Geld zurück zugeben. -"Ratsch" machte es plötzlich. Hin war er, mein "neuer alter" rock. Er war potthässlich ich, aber er war immernoch das einzige was ich hatte, mit meinem weißen träger-top. Er hatte einen Tiefen Riss, also suchte ich nach wenigstens einer Sicherheitsnadel, um ihn ein wenig zusammen halten zu können. Es gelang mir. Doch immernoch keine sicht von meinem Vater. Es schien so, als wäre er mal wieder auf Sauftour mit seinen Freunden. Naja, es ist mir wie gesagt egal, wo er ist, was er macht. Also Nehme ich wieder meinen Schlüssel, und gehe ein bisschen an die frische Luft. Manchmal, gehe ich zur Sporthalle in der Gegend, und beobachte die Mädchen und Jungen, die "richtige" Kleidung, Spielsachen, Sportzubehöre besitzen. Und ich muss zugeben, ich werde dermaßen Neidisch. Wieso ist die Welt so ungerecht zu mir, denke ich mir, eigentlich immer. Heute ist alles anders, wie ich schon angemerkt habe. Es kommen keine Kinder in,-sowie aus der Sporthalle raus. Ich gucke mich um, doch nichts. Stop, da ist jemand. Es ist er. Der Junge, mit den dunkelbraunen mittellangen Haaren, mit den Wunderschönen Haaren. Wir halten Blick-Kontakt. Er kommt immer näher, spricht mich endlich an. "Was suchst du hier immer?" fragte er etwas säuerlich. Erst dachte ich mir, wie bitte? Immer?! Ich bin selten hier. Außerdem sehe ich ihn nie hier, wenn ich hier bin. "Wieso, darf ich nicht hier sein, oder wie läuft das? Außerdem, du bist doch nie hier wenn ich hier bin. Wenn ich mal hier sein sollte. Ich sehe dich zumindest nie." Antwortete ich leicht grob. Und vielleicht sogar etwas unfreundlich.. Das muss ich von meinem Vater haben, dieses unfreundliche etwas. "Das sollte nicht böse gemeint sein, mich verwundert es nur. Das so ein schönes Mädchen sich hier herumtreibt, so ganz alleine.. Ich sehe dich immer wenn du hier bist. Doch heute habe ich mich das erste mal getraut mich zu zeigen. Ich meine von nahem. Sonst sehen wir uns ja fast jeden Morgen, vor dem kleinen Laden..." Wunderschönes Mädchen? Hat er das gerade gesagt? Hier, vor mir?
Damit konnte er nicht mich meinen. Ich bin das gegenteil von "schön", ich habe langes braunes langweiliges Haar. Keine richtigen Klamotten, und ich bin immer ungeschminkt, zu teuer ist dieser Kram sagt mein Vater.
Jetzt war wieder dieses riesige Problem im Anmarsch, ich weiß absolut nicht wovon ich jetzt reden sollte.
Die beste Lösung, wegzurennen, weit, sagt mein Vater immer. Also tat ich es. Ich rannte, rannte, als würde der Tod mich in Form einer Brutalen, Kaltblütigen Person jagen.

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